Musik - von Klassisch bis Modern

Musik ist überall um uns herum. Bereits als ungeborenes Baby hören wir die ersten Töne und lernen, Stimmungen nach Tönen einzuordnen. Hört eine schwangere Frau eher laute, rockige Musik oder Musik mit schnellen Beats, so wird genau diese Musik im Säuglings- und Kleinkindalter das Kind zur Ruhe bringen. Studien belegten in vielen Tests, dass Kinder, die in ihrer frühen Entwicklung wenig oder kaum klassische Musik hören konnten, auch in späteren Jahren mit ruhigen Tönen nur bedingt etwas anfangen können. Andersherum haben Babys, die bereits im Mutterleib mit klassischer Musik in Kontakt kamen, später den Hang zu eher ruhigen Tönen, können aber auch mit lauten Beats und rockigen Rhythmen durchaus umgehen.

Musik - erste Geräusche im Mutterleib

Was Musik mit uns macht, wird also maßgeblich im Mutterleib, also in der Frühstentwicklung angelegt. Denn das Gehör ist vor den Sehnerven ausgeprägt und so beginnt der kleine Mensch seine Umgebung zunächst über das Hören und somit auch über die Musik zu ergründen. Dabei sind die ersten Rhythmen durchaus das Gluckern der Blutgefäße und der Herzschlag der Mutter. Erst danach nimmt der Säugling die Außenwelt durch Unterscheidung der Geräusche wahr. Die unterschiedlichen Situationen der Mutter bestimmen den Rhythmus des Herzens und des Kindes. Rennt eine schwangere Frau oder hat sie Stress erhöht sich der Herzschlag, ziehen sich die Bauchmuskeln zusammen und es wird Adrenalin ausgeschüttet. Dieser schnelle Beat sorgt auch lange nach unserer Geburt - vornehmlich im Erwachsenenalter - dafür, dass wir durch Musik mit schnellen Rhythmen und lauten Beats Adrenalin ausschütten und sich unser Herzschlag erhöht.

Wie beeinflusst Musik unseren Alltag?

Andererseits gelingt es langsamen, ruhigen Rhythmen die menschlichen Synapsen zu beruhigen, den Herzschlag zu verlangsamen und das Stressmoment zu verringern. Mit anderen Worten der Mensch entspannt sich. Nicht umsonst wird in Wellnessoasen auf klassische Musik oder Musik mit ruhigen Rhythmen zurückgegriffen. Denn hier soll sich der Kunde entspannen und wohlfühlen. Auf Neu - oder Frühgeborenenstationen wird Mozart gespielt, damit sich die Kinder entspannen können. Hier wird der Herzschlag der Mutter in einem ruhigen Moment nachgeahmt. Geht man allerdings in Geschäften der Bekleidungsindustrie einkaufen, kommt man um die schnellen Beats kaum herum. Diese raschen Rhythmen peitschen die Entscheidungs- und somit Kauffreude des Kunden an und lassen, getrieben vom schnellen Herzschlag, Käufe zu, die unter ruhigeren Bedingungen anders getroffen worden wären.

Rhytmen und der Beginn der Musik

Doch wo kommen die Rhythmen her und seit wann gibt es Musik? Die ersten Funde von eindeutigen Musikinstrumenten reichen weit in die menschliche Urgeschichte zurück. Die vor ca. 35.000 Jahren entstandene Knochenflöte ist der beste Beweis, wie wichtig den Menschen von Anbeginn ihrer Kultur Musik und das Hören von Musik war. Das Einfangen der Töne, die die Menschen umgaben, gelang am einfachsten durch Klangstäbe, das Aneinanderreiben von Knochen und Steinen und selbstverständlich das Spielen einer ersten Flöte. Musik war und ist mehr als Zeitvertreib. Es ist eine Form der Sprache. Menschen verstehen sich über die Sprache der Musik weltweit. Ein sehr gutes Beispiel ist das Verstehen der Europäer für japanische Musik und umgekehrt. Hier begegnen sich zwei vollkommen verschiedene Kulturen, die sehr viele Unterschiede in dem jeweiligen Verhaltenskodex aufweisen. Selbstverständlich wachsen die Menschen innerhalb der Kulturen mit den landestypischen Rhythmen auf. Und dennoch haben sich viele Überschneidungen in den Interessen zueinander aufgetan. Japanische Menschen suchen bewusst die Nähe zur europäischen Klassik. Europäer finden viele ungeahnte Ausdrucksmöglichkeiten in der Musik der traditionellen japanischen Musik. Das Verstehen der Musik läuft zu Beginn rein intuitiv und rührt die Ursprünge jedes Menschen. Erst wenn sich der Vorhang lüftet und das Verstehen der Musik beginnt, ist die Transzendenz der Musik aufgehoben, wird die Musik begreifbar. In diesen Momenten sind Menschen wieder an der Quelle der Musik angelangt. Denn Musik ist transzendent, dabei durchaus apriori in jedem Menschen veranlagt. Das heißt, die Musik und alles, was sie in uns auslöst ist vorgeburtlich in jedem Menschen fest verankert und wird durch kulturelle und vorgeburtliche Einflüsse gesteuert.